Europameisterschafts-Qualifikation im Kunstradsport am 25.04.2026 in Mainz-Ebersheim (Töngeshalle)
Team-Deutschland für Amorbach ist gefunden
Kunstradsport (WS) In der Töngeshalle von Mainz-Ebersheim suchte German-Cycling das Team für die UEC-Europameisterschaft im Hallenradsport, die am 05./06. Juni 2026 in Amorbach / Odenwald über die Bühnen gehen wird. Die EM-Qualifikation wurde in einem besonderen Format ausgetragen. Nach der Vorrunde kamen die Top Vier im 1er/2er bzw. die Top-Zwei im 4er weiter, im Finale am Abend wartet dann aber eine K.o.-Runde. Dabei trat der Vorrunden-Sieger gegen den Vierten an sowie der Zweite gegen den Dritten. Die Gewinner der beiden direkten KO-Duelle in den 1er/2er Disziplinen bzw. der Sieger im Duell der 4er lösten das EM-Ticket. „Danke an den gesamten RV Mainz-Ebersheim, dass er diese EM-Quali übernommen habt“, so der GC-Kunstrad-Koordinator Kurt-Jürgen Daum und RKB-Vertreterin Corinna Dorn bei der Geschenkübergabe an die Gastgeber kurz vor Beginn der KO-Finals. „Wir sehen hier Hochleistungssport mit viel Spannung.“ „Ich finde es eigentlich gar nicht schlecht, mal einen anderen Modus zu haben“, betont Bundestrainer Dieter Maute im Vorfeld „In der Regel werden sich trotzdem die beiden Gesamtbesten durchsetzen.“ Und so sollte es auch kommen. Angeführt von den Weltmeistern Philipp-Thies Rapp (Tailfingen), Jana Pfann (Bruckmühl), Lea-Victoria Styber/Nico Rödiger (Langenselbold) werden für Deutschland an der Heim-EM im Odenwald folgende weiteren Sportler/innen starten: Simon Halter (Erlenbach), Lara Füller (Poppenweiler), Patrick Tisch/Julia Hämmerli (Magstadt), Kim-Leah Schlüter/Nele Jodeleit (Knetterheide), Lisa und Sara Knobelspies (Volkertshausen) und der 4er des RV Mainz-Ebersheim mit Tijem Karatas, Annika Rosenbach, Stella Rosenbach und Milena Schwarz.
In den KO-Duellen war viel Spannung drin, nachdem sich im 1er der Frauen Lara Füller (187,61), Jana Pfann (186,59), Theresa Klopfer (Ebnat/168,2) und Hannah Reichle (Bad Schussenried/165,89) durchsetzen konnten. Füller gegen Reichle und Pfann gegen Klopfer so die beiden KO-Finals in dem sich sowohl Füller mit 188,15 zu 175,01 als auch Pfann mit 191,39 zu 171,58 durchsetzen konnten und so die beiden ersten EM-Ticket lösen konnten.
Die EM-Tickets Nr. 3 und 4 wurden im 2er Kunstrad der Frauen vergeben. Hier setzten sich in der Vorrunde wie erwartet Kim-Leah Schlüter/Nele Jodeleit (197,34). Als Nr. 2 fuhren Lisa und Sara Knobelspies (101,85) in die Finals. Daneben folgten ins Finale, Sabine Tausch/Katharina Hupfauer (Pullach/94,6) und Annika Feldkämper/Anais Lindenberg (Mühlheim/93,68). Im Duell 1 gegen 4 setzte sich Jodeleit/Schlüter souverän mit 130,74 zu 98,00 durch. Und im Duell 2 gegen 3 waren die Geschwister Knobelspies mit 111,91 zu 88,57 vorne.
Im 1er Männer sollten danach zwei weitere EM-Startplätze vergeben werden, nachdem sich Philipp-Thies Rapp mit starken 213,04 souverän die Vorrunde für sich entscheiden konnte. Dahinter folgte Simon Halter (197,34) sowie Linus Weber (Kirchdorf/186,76) und Jonas Beiter (Trillfingen/181,93). Im Duell Rapp/Beiter sollte sich der Weltmeister mit 208,15 zu 187,38 durchsetzen. Das 2. Duell versprach viel Spannung mit dem Junioren-Europameistern 2025 Simon Halter und seinem Vorgänger aus 2024 Linus Weber. Weber legte patzte beim Lenkerhandstand und legte 183,45 vor und sollte es Halter eigentlich einfach machen. Doch der Erlenbacher kam auch nicht ohne Absteiger durch. Trotzdem sollte s ihm mit 188,45 für die EM-Teilnahme reichen.
Lea-Victoria Styber/Nico Rödiger haben bereits das WM-Trikot und das Deutsche Meister-Trikot in ihrer Sammlung. Was noch fehlt ist das EM-Trikot. In der Vorrunde setzten sich die beiden mit 162,46 souverän an die Spitze. Patrick Tisch/Julia Hämmerli (142,2 ) folgten trotz einer Fußverletzung von Hämmerli, die sie sich am Tag vor dem Wettkampf beim Einfahren in Ebersheim zugezogen hatte. Mit Alexander Brandl/Andreas Steger (140,72) und Emily Brenner/Markus Wechner (136,54) zogen gleich zwei Schleissheimer Paare mit in die finale Ko-Runde. Auch hier waren Styber/Rödiger im direkten Duell nicht zu schlagen. 161,32 zu 141,19 gegen Brenner/Wechner ging das Duell aus. Wird der Fuß von Julia Hämmerli halten? Das war die Frage fürs 2. Ko-Finale. Brandl-Steger legten 123,61 vor. Trotz einem Absteiger sollten sich Tisch/Hämmerli mit 145,17 durchsetzen. Diese Kür belohnt die rund 200 Zuschauer mit einem Sonder-Applaus für Julia Hämmerli, die trotz ihres Handicaps zum erträumten EM-Ticket fuhr.
Riesenjubel herrschte dann zum Schluß in der Töngeshalle bei der Entscheidung im 4er Kunstrad. Der 4er des gastgebenden RV MZ-Ebersheim hat nicht nur das EM-Ticket gelöst, sondern auch eine bisher nie im 4er erreichte Punktzahl von 249,95 im Finale ausgefahren. Kein Weltrekord, da das Kampfgereicht nicht international besetzt war, aber sicherlich ein neuer Deutscher Rekord. Der RMSV Aach mit Franziska Bötzer, Lena Andorinha, Jone Burow und Yannick Gaißer hatten zu vor starke 239,81 vorgelegt und damit das Eberheimer Quartett zu einer neuen Bestleistung getrieben.
Schon in der Vorrunde waren die Ebersheimerinnen gefordert, denn es ging um nur zwei Startplätze im Finale. Aach legte hier 237,40 Punkte vor. Die beiden Teams aus Neuenkirchen (213,66) und Wiednitz (209,10) lagen bis zum letzten Drittel ihrer Kür auf Augenhöhe, leisteten sich dann jedoch Absteiger, was die Punkte purzeln lies. Ebersheim musste zwei Teams hinter sich lassen, um im Finale dabei zu sein. Sie zeigten sich nervenstark und ließ mit 243,55 Punkten auch hier schon Aach hinter sich. Am Abend krönten sich die Gastgeberinnen dann mit dem EM-Ticket. „Aach hat uns herausgefordert und meine Mädels sind supergut gefahren“, sagte ein glücklicher Ebersheimer Trainer Oliver Schwarz. „Das hat es sicherlich noch nie gegeben, dass gleich vier Mannschaften auf solch hohem Niveau angetreten sind. Um ganz oben zu stehen, darfst du dir keinen Patzer erlauben.“
Ergebnisse: www.hallenradsport-daum.de/Ergebnisse/0000001429.pdf