UEC-Junioren-Europameisterschaft am 15. + 16. Mai 2026 in Höchst / Österreich
5 x EM-Gold im Kunstrad + 2 x EM-Gold im Radball = Alle EM-Titel für Deutschland
Höchst / Hallenradsport (WS) Einem Tollhaus ähnlich glich zeitweise die Sporthalle der Mittelschule von Höchst / Österreich bei den UEC-Junioren-Europameisterschaften im Hallenradsport (Kunstrad + Radball). Der RC Höchst unter Führung seines Obmanns Marco Schallert und seinem Team, hatte für beste Verhältnisse gesorgt und so bestätigten alle Nationen, dass dies eine hervorragende und stimmungsvolle Junioren-EM war. „Ihr habt uns in den beiden Tagen eine große Messlatte vorgegeben“, so Danielle Traub vom RSV Ebnat bei der Übergabe der UEC-Fahne an den Ausrichter der Junioren-EM 2027 durch UEC-Vizepräsidentin Katarina Jakubova und Marco Schallert. „Wir freuen uns auf Euch alle, wenn wir Euch nächstes Jahr bei uns in Neresheim begrüßen dürfen.“ Deutschland gewann in allen 7 Disziplinen den EM-Titel. Im 1er gewannen Ben Osterhage (Lieme) bzw. Lisa Lechner (Bruckmühl) den Titel. Jeweils Zweiter wurden Maximilian Keller (Kirchdorf) und Louisa-Sophie Salner (Soden). Damit deutsche Doppelsiege in den 1er Disziplinen. Die EM-Titel in den 2er Disziplinen gingen an Marlena und Greta Engelkemeier (Lieme) sowie an Yan Langenschwarz und Rosalie Stapf (Mönchberg). Im 4er gewannen Jessica Haag, Lea Mühlberger, Peggy Kienle, Katja Preston (Ebnat) nach 2025 erneut den EM-Titel. Und im Radball gewannen Mika Röttel und Bjarne Diehl (Worfelden) das Finale mit 3:2 gegen die Titelverteidiger Max Schallert und Timo Lampert (Österreich). Auch Ariane Fink und Jule Gerlach (Hardt) waren im Finale mit 3:1 gegen Frieda Rümmele und Sarah Kraller (Österreich) erfolgreich.
Kunstrad
Die erste EM-Medaillen wurden am ersten EM-Tag im 1er der Junioren vergeben. Das deutsche Duo Osterhage / Keller hatte hier aufgrund er eingereichten Punkte die Favoritenrolle zu tragen. Ben Osterhage wurde dieser Favoritenrolle mehr als gerecht. Er zeigte eine perfekte Kür und holte mit neuer persönlicher Bestleistung von 160,10 Punkten den EM-Titel. Maximilian Keller hatte zuvor mit 141,22 Punkten eine nicht ganz perfekte Kür auf die Fläche gezaubert und durfte sich über EM-Silber freuen, nachdem die stärker eingeschätzten Vojtech Blaz (CZE/102,63) bzw. Robin Strehler (SUI/95,33) die vorgelegte Punktzahl von Sin nicht überbieten konnten. Überraschend auf den Bronze-Platz fuhr Paven Sin (CZE/105,33). Insgesamt waren 12 Junioren aus 7 Nationen am Start.
Zum EM-Titel nur Nr. 3 an dieser EM für Deutschland fuhr der 4er Kunstrad des RSV Ebnat. Jessica Haag, Lea Mühlberger, Peggy Kienle, Katja Preston waren als Titelverteidiger an Start und hatte die höchste Schwierigkeit eingegeben. Sie nahmen die Favoritenrolle an und fuhren mit 195,83 Punkten zu ihrem zweiten EM-Titel. Der Schweizer 4er aus Uzwil sicherte sich mit 159,1 EM-Silber. Über EM-Bronze freute sich Frankreich. Mit 89,63 behauptete sich dieser knapp vor dem Gastgeberteam. Der Austria 4er fuhr 86,14 aus und verfehlte damit knapp die erhoffte Medaille.
Am 2. EM-Tag wurden die weiteren Medaillen vergeben. Marlene und Greta Engelkemeier eröffnete den „deutschen Gold-Regen“ an diesem Tag mit dem Titel im 2er der Juniorinnen. Mit einer souveränen Kür, viel Applaus und 129,1 Punkten holten sie EM-Gold vor Julia und Sabrina Bühler (SUI/96,12) sowie Nelly und Linda Ackermann (SVK/90,14). Hinter diesem Trio klaffte eine Lücke von fast 30 Punkten zu Platz 4. Am Start waren 7 Duos aus 7 Nationen.
Im 2er der offenen Klasse, erweiterten Jan Langenschwarz / Rosalie Stapf die deutsche Gold-Sammlung um einen weiteren Titel. Nicht perfekt ihr Vortrag. Doch 112,51 sollten für Platz 1 vor Pavel Sin / Vojtech Blazek (CZE/89,73) und Felix Lentz / Cloe Rach (FRAU/51,01) reichen. Am Start waren 5 Paare aus 5 Nationen.
Den Schlusspunkt im Kunstrad und damit das 5. EM-Gold Lisa Lechern im 1er der Juniorinnen ein. Nachdem sie in 2025 mit ihrem Bruder Benny EM-Gold im 2er der offenen Klasse holte, hatte sie sich in 2026 auf den 1er fokussiert. Dies sollte sich auszahlen. Als letzte Starterin im Feld der 17 Sportlerinnen aus allen teilnehmenden Nationen, zauberte sie eine souveräne Kür auf das Wettkampfparkett. 171,41 Punkte und der Titel war der Lohn dieser Kür. Zuvor hatte Louisa-Sophie Sallner mit einer ebenfalls souveränen Kür 165,91 Punkte vorgelegt und fuhr damit nach 2025 zu ihrem zweiten EM-Vize-Meistertitel. Aber auch die anderen Juniorinnen zeigte sich an der EM in Topform. Lara Odermatt (SUI/145,72) vervollständigte auf Platz 3 das Sieger-Podest.
Radball
Bei den Radball-Spielen wurden die Sportler/innen an beiden Tagen lautstark von den vielen Zuschauern unterstütz. Zahlenmäßig überlegen war hier Österreich vor der Schweiz und Deutschland. Doch in der Lautstärke schenkten sich die Fan-Blöcke nichts. Neben „Auf geht´s Österreich“, „Hopp-Schwyz“ und „Deutschland schieß ein Tor“, waren auch die Fans aus Tschechien und Frankreich nicht zu überhören.
Bei den Juniorinnen waren die Spiele nicht so schnell und rasant wie bei den Junioren. Sowohl in der Vorrunde als auch im Halbfinale setzten sich Ariane Fink und Jule Gerlach gegen die Gegnerinnen souverän durch. Mit 9:0 Punkten und 15:1 Toren wurde die Vorrunde gewonnen. Im Halbfinale hatte Frankreich mit 4:0 keine Chance auf den Einzug ins Finale. Im Finale gegen Frieda Rümmele / Sarah Kraller (AUT) stand es nach der 1. Halbzeit 0:0. Auch zwei 4-Meter führten zu keinem Tor. In Halbzeit 2 folgten dann die Tore. Mit 3:1 wurde schlussendlich das erste Radball-Gold erkämpft. Im Spiel um Bronze gewannen (SUI) Giulia Baumann / Renee Reichlin (SUI) mit 6:1 gegen Frankreich.
Bei den Junioren war die Frage: Können die Titelverteidiger Max Schallert und Timo Lampert (AUT) bei ihrer Heim-EM besiegt werden? In der Vorrunde unterlagen sie überraschend gegen die Schweiz mit 2:3. Beim letzten Spiel am 1. EM-Tag bezwangen sie dann Deutschland mit 4:2. In der Tabelle führte nach Tag 1: Schweiz vor Deutschland, Österreich und Tschechien. Somit musste beim letzten Spiel gegen die Schweiz am frühen Samstagmorgen ein Sieg her, um im Halbfinale nicht erneut gegen Österreich anzutreten. Und Mika Röttel und Bjarne Diehl lieferten. Mit 6:0 wurde die Schweiz vom Platz gefegt. Somit gewannen Röttel/Diehl die Vorrunde vor Österreich, der Schweiz, Tschechien, Belgien und Frankreich. Im Halbfinale folgte gegen die unbequem agierenden Tschechen ein 4:2 Sieg und der Einzug ins Finale. Im 2. Halbfinale setzte sich Österreich gegen die Schweiz mit 5:1 durch. Und im Finale gegen Österreich drehten Mika Röttel und Bjarne Diehl den Spieß gegenüber der Vorrunde um Stand es nach der 1. Halbzeit 1:0 für Deutschland. In der 2. Halbzeit folgte gleich der Ausgleich durch die Titelverteidiger. Doch Mika Röttel und Bjarne Diehl behielten sie Nerven und spielten souverän weiter und feierten am Ende zusammen mit dem Trainerteam einen 3:1 Sieg und damit erhofften den EM-Titel. Bronze sicherte sich das Duo aus Tschechien Richard Baxa / Krystof Struhar das sich im siel um Platz 3 mit 2:1 gegen die Schweiz (Andri Eberhard / Heikki Schaller) durchsetzen konnten.
Für den Deutschen Junioren-Bundestrainer Michael Lomuscio (Gärtringen) war diese Junioren-EM ein erfolgreicher Abschluss seiner Trainerkariere, nachdem er vor Wochen seinen Abschied von diesem Amt bekannt gegeben hatte. Seit 2006 bis 2026 war er zusammen mit Lars Wegmann (Köln) als Coach für die Radball-Junioren von German-Cycling verantwortlich und feierte mit diesen viele EM-Medaillen.
| Medaillen Spiegel – Junioren Hallenradsport EM 2026 | |||||
| Rang | Nation | Gold | Silber | Bronze | Gesamt |
| 1 | Deutschland | 7 | 2 | – | 9 |
| 2 | Schweiz | – | 2 | 2 | 4 |
| 3 | Österreich | – | 2 | – | 2 |
| 4 | Tschechien | – | 1 | 2 | 3 |
| 5 | Frankreich | – | – | 2 | 2 |
| 6 | Slowakei | – | – | 1 | 1 |
www.uec.ch/en/event/272/2026-uec-indoor-cycling-junior-european-championships
www.rc-hoechst.at/?m=202605
Die ca. 3.300 Bilder müssen noch gesichtet werden. Veröffentlichung erfolgt in den nächsten Tagen. Einfach wieder mal reinschauen.